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Krug

Die Reinheitsgebote!

Bier-Verordnung des Erfurter Magistrats aus dem Jahre 1351

Erstlich soll die geeichte Kanne stets bis an das Zeichen gefüllt sein. Ein Fuder (bis zu 1840 Liter) Bier soll 4 1/2 Pfennige und 8 Groschen gelten. Kein Bürger noch Ratsherr soll im Jahre mehr als zwei Biere brauen, auch nicht halbe Biere, noch weniger oder mehr Kasten Malz zum Brauen mahlen denn drei. Auf den Mittwoch Abend und nicht eher, wenn die Bierglocke läutet, soll man Feuer unter den Steffel stoßen und brauen. Aber es darf Niemand brauen als der, welcher eigene Gefäße, Bottiche, Darren und Fässer hat. Das Biermaß soll voll sein; wie hoch man das Bier nach Walpurgis (25. Februar) ausrufen wird, soll man dasselbe auch geben. Man soll nicht mit Reisig und Stroh brauen. Wer dem Bierschenk die Kanne zerbricht oder wegläuft und nicht bezahlt, der soll 10 Groschen Strafe geben oder die Stadt räumen. Wer Hopfen kauft, soll das Maß nicht anrühren, es habe denn zuvor der Verkäufer es selbst voll gemacht und die Hand davon getan. Auf dem Lande soll Niemand fremdes Bier verkaufen noch brauen wider der Stadt Wissen. Welcher Bürger auf dem Lande braut, soll nicht mehr für einen Bürger gehalten werden.

Das Thüringer Reinheitsgebot von 1434

Es soll niemand mehr brauen als dreimal in einem Jahr oder nachdem die Räte und Gemeinde eines jeglichen Jahres einig werden. Zu dem Bier brauen soll man nicht mehr nehmen als soviel Malz, als man zu den drei Gebräuen von dreizehn Maltern an ein Viertel Gerstenmalz braucht. Die Gebräue soll man tun zu welcher Zeit in dem Jahr man will oder man erkennt, dass es am bequemlichsten sei.   Es sollen auch nicht in das Bier weder Harz noch keinerlei andere Ungeferck. Dazu soll man nichts anderes geben als Hopfen, Malz und Wasser (' hophin malcz und wasser'). Das verbietet man bei zwei Mark, und derjenige muß die Stadt für vier Wochen räumen."

Das Bayrische Reinheitsgebot von 1516 verständlich formuliert

Damit verordnen, setzen fest und wollen wir mit dem Rat unserer Landschaft, dass künftig überall im Fürstentum Bayern, auf dem Land und in unseren Städten und Märkten, wo es keine besondere Verordnung hierfür gibt, daß von Michaeli (29.9) bis Georgi (23.4) die Maß (bayerisch = 1,069 Liter)   für nicht mehr als zwei Pfennig dieser Währung und der Kopf (halbkugelförmiges Geschirr für Flüssigkeiten = nicht ganz eine Maß)   für nicht mehr als drei Heller (Heller = gewöhnlich ein halber Pfennig) bei unten angeführter Strafe hergegeben und ausgeschenkt werden soll. Wo immer einer kein Märzen, sondern ein anderes Bier braut oder sonst wie haben würde, soll er es keineswegs um mehr als einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen. Insbesondere wollen wir, dass künftig überall in unseren Städten und Märkten und auf dem Land zum Bier nicht mehr Teile als Gerste, Hopfen und Wasser genommen und gebraucht werden soll. Wer aber unsere Ordnung wissentlich übergeht und nicht hält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit dieses Fass Bier zur Strafe, so oft dies geschieht, weggenommen werden. Wo aber ein Gauwirt von einem Bierbrauer in unseren Städten und Märkten und auf dem Land bisweilen einen Eimer (= enthält 60 Maß) Bier oder zwei oder drei kauft und es wieder unter dem gemeinen Bauernvolk ausschenken wollte, dem allein und sonst niemandem sollte es erlaubt und nicht verboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als es oben festgesetzt ist, abzugeben und auszuschenken.

Gegeben von Wilhelm IV.
Herzog in Bayern
am Georgitag zu
Ingolstadt Anno 1516

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